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Magnesia / Infos / Geschichte

"Magnesia -Geschichte"

Magnesia wird schon im Altertum erwähnt. So findet sich bei Theophrastos (um 372 - 287 v. Chr.) in der Arbeit "Über Steine" ein Hinweis auf einen leichten Stein, den die Ägypter weit vor seiner Zeit zum Bau von Innenwänden eingesetzt hätten. Vermutlich handelt es sich um Magnesit. Hippokrates (um 460 - 377 v. Chr.) erwähnt Magnesiastein als Abführmittel.

Auch das Mittelalter kannte Magnesia-Verbindungen. So benutzt Canepario, Professor der Medizin in Venedig, 1619 Magnesia (wahrscheinlich basisches Magnesiumcarbonat) zur Herstellung von Tinten. Der Conte di Palma stellt um 1700 Magnesia alba als Geheimarznei her. Die Naturwissenschaften beschäftigen sich seit dieser Zeit ausführlich mit Magnesia. Noch 1720 hält man die Glührückstände der Fällungsprodukte, die man mit löslichen Carbonaten aus Salpeterlauge erhält, für "eine Art Kalk" (Neumann und Stahl). F. Hoffmann (1660 - 1742) unterscheidet als Erster zwischen Kalk und Magnesia. Es wird durch Black 1756 und 1768 durch A. S. Marggraf, bekannter durch seine Arbeiten zur Zuckergewinnung, bestätigt. Den Glühverlust hält Black für "fixierte Luft". Es ist die Zeit der Phlogistontheorie.

Hildebrandt (1764 - 1816), Professor in Erlangen, weist Magnesiumoxid in menschlichen Knochen nach. H. Cavendish findet 1765 Magnesia-Verbindungen in hartem Wasser. In technischem Maßstab wurde bereits 1763 in England Magnesia alba aus Bitterwässern mit Pottasche gefällt.
C. F. Buchholz (1770 - 1818) schließlich tritt mit umfangreichen analytischen Arbeiten an Magnesit hervor. Die systematische Nutzung von Magnesiavorkommen beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts in Österreich. Der steigende Bedarf an feuerfestem Material für die aufstrebende eisenschaffende Industrie bringt gesteigerten Bedarf an Magnesia-Klinker. Da Magnesitvorkommen mit für diesen Zweck ausreichender Reinheit nicht sehr häufig waren, beginnt später (etwa 1930) auch ein Aufschwung der Produktion von Magnesia aus Seewasser, nachdem dieses Verfahren in kleinerem Umfang bereits 1885 an der französischen Mittelmeerküste betrieben wurde. Diesem Verfahren wird auch deshalb besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da hier von einer praktisch unerschöpflichen Quelle, dem Meerwasser, ausgegangen wird.