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Magnesia / Infos / Magnesia-Lexikon

"Magnesia-Lexikon"


A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


A  ABBINDEFÄHIGKEIT

Eigenschaften von Magnesiumoxiden, die zur Bildung einer festen, steinartigen Masse bei exothermer Reaktion mit anderen Magnesium-Verbindungen, z. B. Magnesiumchlorid oder Magnesiumsulfat in wäßriger Aufschlämmung, befähigen. Die Bestimmung der A. erfolgt durch Tests, bei denen Abbindezeit und -temperatur ermittelt werden.

-> Sorel-Zement

ABSORPTION

Gleichmäßige Verteilung eines Stoffes in einem oder mehreren anderen unter Aufhebung der Grenzfläche zwischen den beteiligten Stoffen. Die Absorptionseigenschaften von Magnesia sind bei den Neutralisationsanwendungen von Bedeutung, z. B. beim

-> Magnesiumbisulfitprozeß

ABSTUMPFEN

-> Gerben

ABWASSERREINIGUNG

Aufbereitung von Abwasser zur Entfernung von Schadstoffen vor der Einleitung in die Vorfluter oder zur Wiederverwendung. Magnesia kommt bei der A. aufgrund ihrer milden Alkalität als neutralisierender Reaktionspartner in Frage.

ADSORPTION

Bindung von Gasen oder Flüssigkeiten an die -auch innere- Oberfläche eines Feststoffs durch Oberflächenkräfte. (Nicht durch chemische Bindung)

-> Jodadsorption


AGGLOMERATE


Zusammenballungen pulverförmiger Stoffe. Vor allem bei präzipitierter Magnesia liegen A. feinster Kristallite vor, deren Größe meist der untere Mikrometerbereich ist. Unerwünschte gröbere A. entstehen durch Einflüsse von Feuchtigkeit und Kohlendioxid aus der Atmosphäre bei unsachgemäßer Handhabung.

AGRARSEKTOR

Einsatzgebiet für Magnesia, vor allem als Zusatz zu Düngern, Futtermitteln und zum Pflanzenschutz.

AKTIVITÄT

Ausdruck für die Reaktionsfähigkeit von Magnesiumoxid. Wegen des Zusammenhangs mit der -> spez. Oberfläche früher häufig auch -> Jodadsorption.

ALKALITÄT

Ausdruck für die alkalische Reaktion kaustischer Magnesiumoxide. Wird entweder durch den Säureverbrauch titrimetrisch oder durch Neutralisationstest -> Zitronensäuretest, -> CMA-Test bestimmt.

ALTERUNG

Prüfkriterium für z. B. Gummimischungen, bei dem die Änderung bestimmter Eigenschaften (Härte, Zugfestigkeit, Bruchdehnung usw.) in Abhängigkeit von der Zeit unter definierten Lager- oder Belastungsbedingungen beobachtet wird (DIN 53 508). Die Alterungseigenschaften hängen eng mit dem Vernetzungsgrad zusammen, der durch den Vulkanisationsverlauf bestimmt wird. Magnesiumoxide mit ausgesuchten Eigenschaften können die Alterungseigenschaften positiv beeinflussen.

-> Scorch-Zeit

AMORPHE STOFFE

Festkörper ohne Kristallgitter-Struktur. Magnesia erscheint, vor allem in der kryptokristallinen Form, amorph. Die Röntgenstrukturanalyse weist sie aber als kristallin aus.

ANTACIDE

Stoffe, die gegen überschüssige Magensäure wirken. -> Pharmazie

ANVULKANISIEREN

Erste Stufe der Vulkanisation von Kautschukmischungen. (Oft unerwünscht) -> Vulkanisieren. Ein Maß für die Anvulkanisationsdauer ist die -> Scorch-Zeit. Die Anvulkanisations-Geschwindigkeit wird als -> Mooney-Anvulkanisations-Geschwindigkeit gemessen.

ARZNEIBÜCHER

-> Pharmakopöen

ASCHE

Rückstand, der nach dem Glühen von z. B. Magnesia-Pasten (bei 950°C) verbleibt. (DIN 53 568)

ATMOSPHÄRISCHE EINFLÜSSE

Bei Magnesia qualitätsmindernde Einflüsse durch Feuchte und Kohlendioxid.

ATOMABSORPTIONS-SPEKTROMETRIE (AAS)

Spektrometrisches Analysenverfahren zur Bestimmung einer großen Zahl von Elementen, vor allem Metallen, im Bereich kleiner Konzentrationen und Spuren. In der Magnesia-Analyse hat die AAS bei der Bestimmung von Spurenbestandteilen wie z. B. Cadmium, Chrom, Kupfer, Kobalt, Nickel, Blei, Quecksilber, Arsen Eingang gefunden.

B

BASIZITÄTSREGULIERUNG

-> Gerben

B.E.T.-OBERFLÄCHE

-> spez. Oberfläche. Oberfläche fester Stoffe, z. B. Pulver, bestimmt aus der Stickstoff-Adsorptions-Isotherme nach der Methode von Brunauer, Emmet und Teller.

BIG BAGS

Bezeichnung für Großsäcke mit etwa 1 m3 Inhalt, geeignet für Transport und Lagerung von bestimmten Magnesia-Typen.

BITTERERDE

Selten gebrauchte Bezeichnung für Magnesiumoxid.

BITTERSALZ

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: Magnesiumsulfat MgSO4H2O

BITTERSPAT

-> Magnesit

B M C

BMC = Bulk Moulding Compound. Polyesterharz-Formmasse aus ungesättigten Polyesterharzen und Textilglas. BMC wird zu duroplastischen Formteilen verspritzt. Magnesia wird zur Eindickung (Viskositätseinstellung) von BMC eingesetzt. -> LUVATOL

B. P.

Abkürzung für British Pharmacopoeia, dem britischen Arzneibuch.

BREMSBELÄGE

B. und Kupplungsbeläge sind Einsatzgebiete für Magnesia.

BRENNEN

Mäßiges bis starkes Erhitzen fester Stoffe zur Abspaltung von Kristallwasser und zur thermischen Zersetzung. Beispielsweise wird durch B. aus Magnesiumcarbonat oder Magnesiumhydroxid Magnesiumoxid gewonnen.

->
Brenntemperatur

BRENNTEMPERATUR

Ihre Wahl bestimmt -> Glühverlust -> Aktivität -> spez. Oberfläche des durch -> Brennen erhaltenen Magnesiumoxids.

BROMBUTYLKAUTSCHUK

Gruppe bromhaltiger Elastomere, bei deren Verarbeitung Magnesiumoxid eingesetzt wird.

BROOKFIELD-VISKOSITÄT

Viskositätswerte, die durch Messung mit einem Brookfield-Viskosimeter erhalten wurden. Dieses Viskosimeter bedient sich eines rotierenden Prüfkörpers als Meßwerkzeug. Neben anderen Anwendungen wird es zur Viskositätsmessung an Polyesterharzen für -> BMC und -> SMC eingesetzt.

BRUCHDEHNUNG

Dehnung eines Materials, (meist in % seiner ursprünglichen Länge angegeben) bei der es zum Bruch kommt. Die mechanischen Eigenschaften, also auch die Bruchdehnung, von vulkanisierten Elastomeren werden durch den Vernetzungsgrad und dieser durch den Vulkanisationsverlauf bestimmt. Magnesiumoxid als Mischungsbestandteil spielt dabei eine wichtige Rolle und erfordert sorgfältige Auswahl. Besondere Kriterien sind die Aktivität und die Korngrößenverteilung.

BRUCHFESTIGKEIT

Die zum Zerreißen einer unter bestimmten Bedingungen gedehnten, genormten Probe erforderliche Kraft, bezogen auf den Querschnitt der ungedehnten Probe. (DIN 53 504)

BRUCIT

Magnesium-Mineral. Chemisch: Magnesiumhydroxid Mg(OH)2

B.S.

Abkürzung für British Standards, das britische Normenwerk.

C

CALCINIEREN

-> Brennen

CAQ

Abkürzung für rechnerunterstützte Qualitätsprüfung (computer aided quality control).

CHLOROPREN-KAUTSCHUK

Polymerisationsprodukt von chloriertem Butadien mit naturkautschukähnlichen und zusätzlichen spezifischen Eigenschaften. Wesentliches Einsatzgebiet für aktive Magnesiumoxide, auch in Pastenform, zur Vermeidung vorzeitiger Anvulkanisation. -> Scorch-Zeit.

CHROMGERBUNG

-> Gerben

CAA

-> Zitronensäuretest

CMA-Test

Reaktionstest mit Essigsäure zur Bestimmung der "caustic magnesia activity".

-> Alkalität

COLORIMETER

Instrument zur Bestimmung der Farbintensität. Bei der Magnesia-Analyse werden Eisen und Mangan häufig colorimetrisch bestimmt. Eine spezielle Colorimeter-Ausführung dient der Messung des "Weißgrades" von Pulvern. -> Leukometer -> photometrische Methoden

COMPRESSION SET

Bleibende Verformung nach definierter Druckbelastung von Elastomeren. Die Bestimmung erfolgt nach DIN 53 517. Der Druckverformungsrest (so die deutsche Bezeichnung des C.S.) wird vom Vernetzungsgrad der Elastomere bestimmt. Der Verlauf der Vulkanisation hat dabei entscheidenden Einfluß. Da Magnesiumoxid den Vulkanisationsverlauf mitbestimmt, ist auch durch die vergleichende Ermittlung des C.S. eines Gummiprodukts eine Auswahloptimierung von Magnesiumoxidtypen möglich.

CR-KAUTSCHUK

-> Chloropren-Kautschuk

D

DAB

Abkürzung für Deutsches Arzneimittelbuch.

DEHNUNGSMODUL

-> Modul

DICHTE

Masse der Volumeneinheit eines Stoffes in g/cm3, oftmals auch in g/ml angegeben. Statt dieser (im physikalischen Sinne echten) Dichte werden bei Magnesia viel häufiger scheinbare Dichten wie -> Schüttdichte (Schüttgewicht) und -> Stampfdichte (Rüttelgewicht) bestimmt. D. wird oft auch als Reindichte oder spez. Gewicht bezeichnet.

DIFFERENTIALTHERMO-ANALYSE (DTA)

-> Thermoanalyse

DIN

Verbandszeichen des "DIN Deutsches Institut für Normung", ursprünglich Abkürzung für Deutsche Industrie Norm. Für Magnesia spielen vor allem die DIN-Vorschriften 53 912 (Schüttdichte), 53 194 (Stampfdichte) und 53 580 (Schlämmrückstand) eine Rolle.

DOLOMIT

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: MgCO3CaCO3

DREHROHROFEN

Rotierender, gegen die Waagerechte leicht geneigter Ofen zum -> Brennen von z. B. Rohmagnesit und Magnesiumhydroxid.

DRUCKVERFORMUNGSREST

-> Compression Set

DUROPLASTE

Vernetzte Hochpolymere, die thermisch gehärtet werden und nur in geringem Umfang elastisch sind. Sie erweichen in der Wärme nicht bzw. nur unter Zersetzung. Magnesia findet vor allem als Puffer in Phenol-Formaldehyd-Preßmassen Verwendung.

E

EINKRISTALLE

Kristalle mit einheitlich orientiertem Kristallgitter. Einkristalline Magnesia (meist Magnesiumoxid) findet Anwendung in Optik und Elektronik.

ELASTIZITÄTSMODUL

-> Modul

ELASTOMERE

Natürliche oder synthetisch hergestellte Polymere mit elastischen Eigenschaften nach der Vernetzung. Magnesiumoxid findet vor allem in halogenhaltigen Elastomeren, z. B. Polychloropren, Halobutylkautschuk, chlorsulfoniertem Polyethylen und Fluorkautschuken Verwendung.

ELEKTRISCH ERSCHMOLZENE MAGNESIA

-> Schmelzmagnesia

E.P.

Auch Eur. Pharm., Abkürzung für Europäische Pharmakopöe.

ESSIGSÄURETEST

-> CMA-Test

ETAGENOFEN

Vertikaler, in Etagen geteilter Brennofen zum -> Brennen von z. B. -> Rohmagnesit.

F

FÄLLUNG

Resultat einer chemischem Umsetzung, bei der aus den flüssigen oder gelösten Reaktionspartnern ein im Reaktionsmedium schwerlösliches Produkt entsteht. Beispiel: Fällung von Magnesiumhydroxid aus Seewasser.

FEUCHTE / FEUCHTIGKEIT

An Stoffen anhaftendes Wasser, das in der Regel durch Trocknung bei Temperaturen dicht über 100 °C entfernt werden kann. -> Trocknungsverlust

Für viele Magnesia-Anwendungen wichtiges Qualitätskriterium.

FEUERFESTE MATERIALIEN

Wegen seines hohen Schmelzpunkts (2800 °C) und seiner Hitzebeständigkeit (1700 °C in reduzierender und 2300 °C in oxidierender Atmosphäre) ist Magnesiumoxid für die Herstellung feuerfester Materialien geeignet. -> Magnesiaklinker.

FLAMMHEMMENDE AUSRÜSTUNG

Behandlung von Materialien mit Stoffen, die die Ausbreitung von Flammen im Brandfall verhindern oder verzögern. Spezielle Mangesiumhydroxid-Typen als funktioneller Füllstoff in hoher Konzentration können Polymeren diese Eigenschaften verleihen.

FLUORKAUTSCHUKE

Gummielastische Hochpolymere, die durch Copolymerisation von Vinylidenfluorid und Chlorfluoräthylen (CFM-Typ) oder Co- bzw. Terpolymerisation mit anderen ungesättigten Fluorkohlenwasserstoffen (FKM-Typ) hergestellt werden. Einsatzbereich von Magnesiumoxid-Typen mit kontrollierter, mittlerer Aktivität.

FORSTERIT

Mg2SiO4, Magnesiumorthosilikat. Spielt als Schicht mit definierten elektrischen Isolationseigenschaften auf Trafoblech eine Rolle. Die Forsterit-Schicht bildet sich beim Glühen durch Reaktion von Magnesiumoxid mit dem Silizium des Stahlblechs.

FRITTEN

Poröse Massen, die durch Sintern von anorganischen Pulvern, beispielsweise Magnesiumoxid und -carbonat, entstehen.

FÜLLVOLUMEN

Volumen einer definierten Masse eines Pulvers, freifließend eingefüllt. Das Füllvolumen ist ein in den Pharmakopöen aufgeführtes Merkmal z. B. für pharmazeutische Magnesia-Qualitäten. -> Schüttdichte.

G

GEBRANNTER MAGNESIT

Bezeichnung für Magnesiumoxid, welches aus -> Magnesit durch -> Brennen gewonnen wurde.

GECOATETE MAGNESIATYPEN

Für bestimmte Anwendungen oberflächenbehandelte Magnesia-Pulver (z. B. beschichtet mit Stearinsäure).

GEFÄLLTE MAGNESIA

-> Präzipitierte Magnesia

GEFAHRSTOFF-VERORDNUNG

Verordnung des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung, die Vorschriften zum Schutz vor gefährlichen Stoffen für Arbeitnehmer und Verbraucher enthält.

GEHALTSBESTIMMUNG

Der Gehalt von Magnesia in % MgO wird in unterschiedlicher Weise angegeben. Häufig beziehen sich bei Magnesiumoxid die Angaben auf die geglühte Substanz. Es kommt aber auch vor, daß Angaben ohne Glühverlustkorrektur gemacht werden.

GEPERLTE MAGNESIATYPEN

Ähnlich wie -> Granulate gezielt agglomerierte Magnesia. Zweck ist die Verringerung der Staubentwicklung und die einfachere Handhabung.

GERBEN

Umwandlung von tierischer Hautsubstanz durch chemische Umsetzung mit Gerbstoffen zu Leder. Bei der Chromgerbung wird zur Einstellung des pH-Wertes und seines Verlaufs während des Gerbprozesses ausgesuchtes Magnesiumoxid als selbsttätiges Abstumpfmittel eingesetzt.

GLASINDUSTRIE

Industriezweig zur Herstellung von Glas zu vielfältigem Gebrauch. Magnesia spielt für eine Reihe von Glassorten eine Rolle als Gemengebestandteil.

GLÜHVERLUST

Gewichtsverlust von z. B. Magnesiumoxid durch Glühen, meist 2 Stunden bei 950° C. Er wird durch anhaftendes und "gebundenes" Wasser und Kohlendioxid hervorgerufen. (DIN 53 568)

GRANULATE

Staubfreie Lieferform, die durch Granulieren des Magnesiapulvers mit einem geeigneten Bindemittel erhalten wird. Neben der Staubfreiheit bieten Granulate den Vorteil, daß sie pneumatisch förderbar und automatisch dosierbar sind.

GRAS

"Generally Recognized As Safe". Zulassungsformulierung der FDA (Food and Drug Administration).

GRAVIMETRISCHE ANALYSEVERFAHREN

Analyseverfahren, die zur Bestimmung eines Stoffes eine -> Fällung und meist die Wägung des Fällungsproduktes erfordern. In Magnesia wird beispielsweise Sulfat gravimetrisch bestimmt.

H

HYDRATISIERUNG

Aufnahme von und Reaktion mit Wasser. Für Magnesiumoxid ein Merkmal der (nach dem Brennen verbliebenen) Reaktionsfähigkeit.

HYDROMAGNESIT

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: 3MgCO3Mg(OH)23H2O

I

I.S.O.

Abkürzung für International Standard Organisation. Die Siebnormen der I.S.O. werden auch auf Magnesia angewandt.

J

JET-MÜHLE

Mühlentyp für Feinstmahlung unter Verwendung von Luftströmen hoher Geschwindigkeit. Auch zur Nachvermahlung von feinen Pulvern, allerdings mit hohem Energieaufwand einsetzbar.

Jodadsorption

Veraltete Meßgröße zur Charakterisierung der -> spez. Oberfläche und damit der -> Aktivität von Pulvern wie Magnesiumoxid. Sie wird z. B. in mg I / g MgO angegeben. Die Bandbreite wirtschaftlich verwendeter Magnesiumoxide liegt zwischen 0 und 200 mg I / g MgO. Diese Methode ist nicht mehr gebräuchlich, da CCl4 zur Bestimmung notwendig ist. CCl4 ist international geächtet.

K

KAUSTER, KAUSTISCHE MAGNESIA

Bezeichnung für kaustisch (niedrig leicht) gebranntes Magnesiumoxid. Reagiert alkalisch (kaustisch).

KERAMIK

Gesintertes Material, porös oder dichtgesintert. Wird auch unter Verwendung von Magnesia hergestellt. Hochreine Magnesia-Typen bieten für neue Anwendung der Ingenieur-Keramik interessante Perspektiven als Funktionsadditiv.

KIESERIT

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: Magnesiumsulfat MgSO4 H2O

KLAUBEN

Manuelles Sortierverfahren im Bergbau.

KÖRNUNG

Bezeichnung für die Feinheit eines Pulvers. -> Korngrößenverteilung


KOLORIMETER


-> Colorimeter

KOMPLEXOMETRIE

Weitverbreitetes titrimetrisches Analysenverfahren, das bei der Magnesia zur Bestimmung von Ca und Mg, gelegentlich auch für andere Elemente, Anwendung findet.

KORNGRÖSSENVERTEILUNG

In einem Pulver die Anteile von Partikeln einheitlicher Größe am gesamten Partikelkollektiv. Bei Magnesia für viele Anwendungen sehr wichtiges Qualitätsmerkmal.

-> Laserbeugung

-> Siebung

KORROSSIONSMINDERUNG

Heizöl

KRISTALLIN

Erscheinungsform von Stoffen mit regelmäßig (symmetrischer) periodischer Atomanordnung im Material.

-> Einkristall


KRYPTOKRISTALLIN


Scheinbar -> amorphe Stoffe, deren Kristallite so klein sind, daß ihre Kristallstruktur nur mit Röntgenstrahlen nachweisbar ist.

KUGELMÜHLE

Mühlentyp zur Feinstzerkleinerung mit kugelförmigen Mahlkörpern, der auch zur Vermahlung von Magnesit eingesetzt wird.

KUPPLUNGSBELÄGE

-> Bremsbeläge

L

LASERBEUGUNG

Meßverfahren zur Bestimmung der Korngrößenverteilung. Es bedient sich des von Fraunhofer entdeckten Phänomens, daß Licht beim Auftreffen auf Partikel in charakteristischer Weise (Fraunhofersche Ringe) gestreut wird. Die Beugungsringe sind nach Durchmesser und Intensität von der Größe und Konzentration der Partikel abhängig.

LAUGUNG

Aufschluß z.B. magnesiumhaltiger Mineralien mit Salzsäure zur Vorbereitung der

-> Pyrohydroylse.

LAXATIVE

Abführmittel, Einsatzgebiet (historisch) für Magnesia.

LEBENSMITTEL

Magnesia ist nach dem Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz der Bundesrepublik Deutschland (LMBG) als Zusatzstoff für Lebensmittel zugelassen. Dabei ist Magnesiumcarbonat in der Anlage 1 der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) aufgeführt und damit allgemein zugelassen. Die Reinheitsanforderungen richten sich nach dem Arzneibuch. Magnesiumoxid und Magnesiumhydroxid sind beschränkt zugelassen. Die Zulassung von Magnesiumhydroxid gilt für die Trinkwasseraufbereitung. Die Reinheitsanforderungen sind in Anlage 1 der Zusatzstoffverkehrverordnung (ZWO) geregelt und betreffen im wesentlichen die Verunreinigung an Arsen, Blei, Zink und Kupfer. Magnesiumoxid darf bei der Trinkwasseraufbereitung und unter bestimmten Voraussetzungen bei Kakao als Zusatzstoff verwendet werden. Die Anforderungen an die Reinheit richten sich nach dem Arzneibuch.

LEUKOMETER

Ältere Bezeichnung für ein Gerät zur Bestimmung des "Weißgrades".

-> Colorimeter

LICHTBOGENOFEN

Einrichtung zum Schmelzen von Magnesiumoxid von ca. 3000°C in einem elektrischen Lichtbogen.

LÖSLICHKEIT

Magnesia ist praktisch wasserunlöslich.

L O I

Bezeichnung für "loss on ignition", der englischen Bezeichnung für -> Glühverlust. Wird aber auch für "Limiting Oxygen Index" verwendet. Dies ist der Sauerstoffgehalt einer Umgebung, bei dem die Verbrennung von Material, z.B. Polymeren, aufrechterhalten wird.

LUVOCORR

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für bestimmte Magnesiatypen zum Einsatz in Heizöl als Korrosionsschutzmittel.

LUVOMAG

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für hochaktive Magnesiumoxid-Pasten zur Anwendung in Polychloropren-Mischungen. Wird portioniert in 1-kg-Rollen geliefert.

LUVATOL

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für Magnesiumoxid- oder Magnesium- und Calciumhydroxid-Pasten, die zur gezielten Eindickung von -> BMC und -> SMC eingesetzt werden.

M

MAGCARLUV

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für Magnesiumcarbonate.

MAGNESIA

Sammelbegriff für Magnesiumoxid, -hydroxid, hydroxidcarbonat und -carbonat. Je nach Herkunft und Herstellungsverfahren unterscheidet man u.a.

->
kaustische

-> präzipitierte

-> synthetische

-> Sinter-

-> Schmelz-

-> totgebrannte Magnesia.


MAGNESIA ALBA

Lateinisches Synonym für Magnesiumhydroxidcarbonat.

MAGNESIAKLINKER

Geformtes und gesintertes Magnesiumoxid.

MAGNESIA USTA

Lateinisches Synonym für Magnesiumoxid.

MAGNESIA-ZIEGEL

In Blockform gepreßtes Magnesiumhydroxidcarbonat. Wird zur Aufnahme des Handschweißes u.a. beim Geräteturnen und für kosmetische Zwecke eingesetzt.

MAGNESIT

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: Magnesiumcarbonat MgCO3,, auch als Bitterspat bezeichnet. In der magnesiatypischen Umgangssprache wird unter Magnesit häufig-> gebrannter Magnesit verstanden, während das Mineral als -> Rohmagnesit bezeichnet wird.

MAGNESIUMBISULFITVERFAHREN

Verfahren zum Holzaufschluß bei der Zellstoffherstellung, das als Kochsäure Magnesiumbisulfitlösung verwendet. Diese wird durch Umsetzung von Schwefeldioxid mit ausgesuchten Magnesiatypen in wäßriger Aufschlämmung erzeugt.

MAGNESIUMCARBONAT

Magnesium-Verbindung. In strengem Sinne MgCO3 -> Magnesit, -> MAGCARLUV,

-> Nesquehonit. Die Bezeichnung M. wird aber auch allgemein für die verschiedenen Magnesiumhydroxidcarbonate verwendet, die durch Fällung mit Kohlendioxid aus Mg-haltigen Lösungen gewonnen werden.

MAGNESIUMHYDROGENCARBONAT

Wasserlösliche Magnesiumverbindung. Bei Verdunstung des Wassers entsteht Magnesiumcarbonat. Kommerziell ist es nicht verfügbar.

MAGNESIUMHYDROXID

Magensium-Verbindung. Chemisch: Mg(OH)2 , in der Natur als-> Brucit vorkommend.

MAGNESIUMHYDROXIDCARBONAT

->
Magnesiumcarbonat

-> Magnesia alba


MAGNESIUMOXID

Magnesium-Verbindung

Chemisch: MgO

-> gebrannter Magnesit

-> hochaktives Magnesiumoxid

-> Kauster, kaustische Magnesia

-> LUVATOL

-> LUVOMAG

-> Magnesia-Klinker

-> Magnesia usta

-> MAGNULUV

-> Periklas

-> Schmelzmagnesia

-> Sinter, Sintermagnesia


MAGNOZINK

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für eine hochwirksame Kombination von aktivem Magnesiumoxid und Zinkoxid in Umrechnungsfaktorenform zum Einsatz in Chloropren. Wird portioniert in 1-kg- Rollen geliefert.

MAGNULUV

Warenzeichen von Lehmann & Voss & Co. für Magnesiumoxid.

MAK-WERT

Maximale Arbeitsplatz-Konzentration.

Grenzwert für die höchstzulässige Konzentration von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz. Der Allgemeine Staubgrenzwert von 6 mg/m3 gilt auch für Magnesia-Feinstaub.

MEERWASSER-MAGNESIA

Magnesia, hergestellt nach dem -> Seewasserprozeß aus dem Meerwasser.

MIKRONISIERUNG

Feinstvermahlung. Spielt bei Magnesia eine bedeutende Rolle, um Feinheiten mit optimaler Dispergierbarkeit zu erhalten.

MILCHAUSTAUSCHFUTTER

Spezial-Futtermittel zur Fütterung von Jungtieren beim Absetzen von der Ernährung durch das Muttertier. Enthält substantielle Mengen Magnesiumoxid.

MINERALFUTTER MISCHUNGEN

Futtermittelmischungen mit den für die Tierernährung wichtigen Mineralien, die u.a. auch Magnesiumoxid enthalten können. Für dessen Einsatz sind besonders die Merkmale verfügbarer Mg-Gehalt und Körnung qualitätsbestimmend.

MODUL

Der Modul ist die Kraft, die zur Erzielung einer definierten Verformung ( Dehnung, Stauchung oder Biegung ) erforderlich ist. In der Kautschuktechnologie ist besonders der -> Dehnungsmodul von Interesse. Das ist die Kraft, die erforderlich ist, um einen Prüfkörper von 1 cm2 Querschnitt um z.B. 100 % zu dehnen ( Modul 100). Die Angabe erfolgt in N/cm2 (früher kg/cm2, also bezogen auf den Querschnitt der (ungedehnten) Probe (DIN 53 457). Der Modul wird, wie andere Kenngrößen der Werkstoffprüfung an Vulkanisaten, zur Beurteilung der Eignung von Mischungsbestandteilen, also auch Magnesia, herangezogen.

MOONEY ANVULKANISIERUNGSGESCHWINDIGKEIT

Charakteristikum für Kautschukmischungen. Gemessen wird die Zeit, die für den Anstieg der Plastizität von 5 Mooney-Einheiten über Minimum auf 35 Einheiten über Minimum im -> Mooney-Plastometer bei einer gegebenen Temperatur verstreicht. Dient u.a. zur Eignungscharakterisierung von Elstomer-Mischungsbestandteilen, also auch vom Magnesia. Die M. gibt Aufschluß über Lagerbeständigkeit und die Verarbeitungsbedingungen der Kautschukmischungen (DIN 53 524).

-> Scorch-Zeit-> Anvulkanisieren

MOONEY-PLASTOMETER

Scherscheiben-Plastometer zur Bestimmung der Plastizität bzw. Viskosität von Elastomeren und Elastomermischungen, sowie deren Anvulkanisierungsverhalten. -> Scorch-Zeit. Es wird der Scherwiderstand eines genormten Prüfkörpers, der in einer mit der Prüfmischung gefüllten zylindrischen Kammer rotiert, gemessen. Das Meßergebnis wird in °Mooney ausgedrückt. 1°Mooney entspricht 8,64 g> m. Die Prüfung erfolgt meist während 4 Minuten bei 100°C (DIN 53 523, DIN 53 524). Oft auch Mooney-Viskosimeter genannt.

N

NASSVERMAHLUNG

Mikronisierungsverfahren, u.a. auch für Magnesia angewandt, bei dem das Mahlgut in einer geeigneten Flüssigkeit, meist Wasser, aufgeschlämmt und vermahlen wird.

NESQUEHONIT

Magnesiumhaltiges Mineral.

Chemisch: Magnesiumcarbonat MgCO3 3H2O

NEUTRALISATION

Reaktion von basischen mit sauren Stoffen unter Erreichung des Neutralpunktes (ph 7). Magnesia, besonders Magnesiumoxid, wird in den verschiedensten Anwendungen zur Säurebindung ( = Pufferung) eingesetzt.

NF

Abkürzung für National Formulary. NF ist ursprünglich auf die Festlegung der Anforderung für pharmazeutische Inhaltsstoffe begrenzt gewesen. Seit 1975 (NF XIV) wird NF gemeinsam mit -> USP herausgegeben. In der Folge wurden die Eintragungen beider Kompendien harmonisiert, so daß nun keine pharmazeutisch interessante Substanz mehr in beiden Werken parallel zu finden ist. Magnesia wird seit USP XX/NF XV nur noch in der USP geführt.

O

OBERFLÄCHE

-> spez. Oberfläche

OBERFLÄCHENAKTIVE STOFFE

->
Tenside

ÖLABSORPTION

Die Fähigkeit eines Pulvers, z.B. Magnesia, zur Aufnahme eines definierten Öls ohne daß dieses wieder austritt. Im strengen Sinne ist diese Erscheinung eine

-> Adsorption, der Begriff Ö. ist jedoch üblich.

ÖLADDITIVE

Wirkstoffe ( häufig -> Tenside) für Schmieröle. Mg-haltige Sulfonate werden häufig von Magnesia ausgehend hergestellt.

OPTISCHE SORTIERUNG

Sortierverfahren, das sich die unterschiedliche Farbe oder ähnliche optische Eigenschaften zur Trennung von Materialien zunutze macht. Wichtige Aufbereitung von Rohmagnesiten.

OSST

-> Oxysulfat-Setting-Test

OXYSULFAT-SETTING-TEST

Ein Abbindetest mit Magnesiumsulfat, der Auskunft über die Eignung von Magnesiumoxid für bestimmte Umsetzungen ( z.B. Öladditive) gibt.

P

PARTIKELVERTEILUNG

-> Korngrößenverteilung


Umrechnungsfaktoren

Viskose bis zähviskose, vordispergierte Magnesia-Zubereitungen, die durch besonders gute Verarbeitungseigenschaften, z.B. den MgO-Einsatz in Chloropren und Polyester, erleichtern.

-> BMC -> SMC

-> LUVATOL

-> LUVOMAG -> MAGNOZINK


PATTISION-PROZESS

Verfahren zur Herstellung von Magnesiumhydroxidcarbonat (insbesondere niederer Schüttdichte) aus Magnesiakalkstein oder Dolomit.

PENDELMÜHLE

Mühlentyp zur Feinzerkleinerung von Mineralien mit pendelförmigem Mahlwerkzeug. Findet verbreitet Einsatz zum Mahlen von Magnesit.

PERIKLAS

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: Magnesiumoxid MgO. Der Mineralname wird auch für synthetisch hergestellte Sintermagnesia verwendet.

PHARMAZIE

Arzneikunde. Magnesia findet in der Pharmazie dort Anwendungen, wo meist entweder die milde Alkalität zur Säurebindung. -> Neutralisation, Säureakzeptor, oder das Mg-Ion zur Kompensation von Mg-Defiziten im Organismus genutzt wird. Beispiele für Säurebindung sind -> Antacide zur Neutralisierung überschüssiger Magensäure. Die abführende Wirkung von Magnesia -> Laxative wird ebenfalls pharmazeutisch genutzt, ebenso ihre spasmolytische Wirkung. Magnesia zur pharmazeutischen Anwendung muß den Vorschriften der

-> Pharmakopöen (-> E.P., DAB, USP, B.P., NF) entsprechen.

PHARMAKOPÖEN

Sammlung von Vorschriften über die Qualität von Arzneimitteln und deren Überprüfung. Auch Arzneibücher genannt. Pharmazeutische Magnesiaqualitäten als Arzneimittelbestandteile werden meist nach den Anforderungen von

-> DAB -> E.P. -> B.P. -> USP -> NF definiert. Seit einigen Jahren steht in Westeuropa die E.P. im Vordergrund, die eine Harmonisierung der nationalen Arzneibücher in den EG-Ländern zum Ziel hat.

PHENOLHARZE


-> Duroplaste


PHLOGISTONTHEORIE

Theorie (17. Jahrhundert durch Becher und Stahl), die exotherme Vorgänge wie Verbrennen und Rosten auf ein einheitliches, als Phlogiston bezeichnetes Agens, zurückführt. Danach sind unbrennbare Stoffe phlogistonfrei, brennbare um so phlogistonhaltiger, je leichter und heftiger sie brennen. Ende des 18. Jahrhunderts endgültig von Lavoisier widerlegt.

PHOTOMETRISCHE METHODEN

Analytische Bestimmungsverfahren, die auf der Messung der Lichtabsorption oder - emission beruhen.

-> Colorimeter

-> Spektralphotometer


POLYCHLOROPREN


-> Chloropren-Kautschuk


POLYESTER

Polymere, die durch Polykondensation von mehrwertigen Alkoholen mit mehrbasischen Carbonsäuren hergestellt werden. Flüssige ungesättigte Polyester reagieren mit Magnesiumoxid und Magnesiumhydroxid unter Eindickung; ein Verhalten, das man zur Viskositätsregelung z.B. bei ->
BMC -> SMC ausnutzt.

POLYMERE

Hochmolekulare Verbindungen, umgangssprachlich häufig als Kunststoffe bezeichnet. Magnesia wird in Polymeren als Stabilisator (Säurebindung) oder zur

-> flammhemmenden und rauchunterdrückenden Ausrüstung eingesetzt.

PRÄZIPITIERTE MAGNESIA

Magnesia, die durch eine -> Fällung, in der Regel aus dem

-> Seewasserprozeß, gewonnen wurde.

PUFFER

Substanzgemische, bei denen eine Zugabe von Säuren oder Alkalien nur eine geringe Veränderung des ph-Wertes bewirkt. Magnesiumverbindungen können als Bestandteile solcher Puffermischungen dienen, wenn hohe ph-Werte vermieden werden sollen. -> Neutralisation.

PULVERMISCHUNGEN, SPEZIELLE

Zur Erzielung bestimmter Eigenschaften, z.B. Schüttdichte oder Aktivität, werden ausgewählte Magnesia-Qualitäten zu einem maßgeschneiderten Produkt konfektioniert.

PYROHYDROLYSE

Verfahren zur Gewinnung von Metalloxiden; z.B. Magnesiumoxid durch thermische Zersetzung von wäßrigen Lösungen der Metallchloride.

R

REAKTIVITÄT

-> Aktivität


REIBBELÄGE

-> Bremsbeläge


REINHEIT

Die Reinheit von Magnesia-Produkten wird in der Regel in % MgO und durch prozentuale Gehalte an Verunreinigungen ausgedrückt. Zu unterscheiden ist, ob Angaben glühverlustkorrigiert erfolgen wie z.B. in den Pharmakopöen oder nicht.

-> Gehaltsbestimmung.

RELATIVE OBERFLÄCHE

-> Spezifische Oberfläche


RHEOMETER

Instrument zur Bestimmung der Fließeigenschaften von Flüssigkeiten, z.B. der Viskosität. Dient auch zur Überwachung des Eindickungsverhaltens von Polyesterharzen mit Magnesiumoxid oder Magnesiumhydroxid. Spezielle Formen werden zur Untersuchung des Vulkanisationsverhaltens von Gummi-Mischungen eingesetzt. -> Mooney- Viskosität

RIESELMITTEL

Stoffe zur Erhaltung der Rieselfähigkeit von Pulvern. Vor allem Magnesiumhydroxidcarbonat wird als Rieselmittel, z.B. für Speisesalz, eingesetzt.

ROHMAGNESIT

Bezeichnung für mineralisches -> Magnesiumcarbonat im Unterschied zu gebrannten Magnesit.

RÜTTELGEWICHT


-> Stampfdichte


S SÄUREAKZEPTATOR

Substanz, die Säuren zu binden vermag. Magnesia ist wegen ihres basischen Charakters ein weitverbreiteter Säureakzeptator. Dieser Begriff beschreibt die zentrale Magnesia-Eigenschaft.

-> Neutralisation

-> Puffer


SÄUREBINDUNG


-> Neutralisation

-> Säureakzeptator


SALZSÄUREUNLÖSLICHES

Qualitätskriterium für Magnesia, das Aussagen über den Gehalt an Verunreinigungen durch Kieselsäure und Gips zuläßt. Da erfahrungsgemäß Magnesia nur wenig Gips enthält, besteht das S. meist aus Kieselsäure.

SCHACHTOFEN

Vertikaler Ofen zum -> Brennen von z.B. -> Magnesit

SCHLÄMMRÜCKSTAND

Prozentualer Materialanteil, der bei der Naßsiebung -> Siebung auf dem Sieb verbleibt und nach Trocknung durch Wägung bestimmt wird (DIN 52 580).

SCHMELZMAGNESIA

Magnesia, die durch Schmelzen bei ca. 3.000°C im elektrischen Lichtbogenofen gewonnen wurde.

SCHÜTTDICHTE

Auch -> Schüttgewicht genannte scheinbare Dichte (meist in g/l angegeben) des lose geschütteten Produkts (DIN 53 912).

SCHÜTTGEWICHT


-> Schüttdichte


SCHWERMETALLE

Sammelbegriff für Metalle mit einer Dichte über 4,6 g/cm3 (Grenzwertdefinition schwankt). Umgangssprachlich werden darunter häufig vor allem Blei, Quecksilber, Cadmium, Zink und Kupfer verstanden, ohne daß diese Auswahl begründet ist. Für pharmazeutische Magnesiaqualiäten werden die Schwermetalle in Summe bestimmt und als Blei berechnet angegeben.

SCORCH-ZEIT

Bei der Prüfung von Kautschukmischungen die Zeit, die bis zum Beginn der Vernetzung zur Verfügung steht. Näheres in DIN 53 524.

-> Anvulkanisieren

-> Mooney-Plastometer

-> Vulkanisieren


Das vorzeitige Anvulkanisieren wird auch "Scorchen" genannt. Die S. ist ein Maß für die Verarbeitungssicherheit, besonders von halogenhaltigen Elastomermischungen. Sie ist oft durch geeignete Magnesiumoxidtypen beeinflußbar.

SEEWASSERPROZESS

Magnesia-Gewinnungsprozeß, bei dem als Magnesiumquelle Seewasser dient. Seewasser enthält ca. 1.300 ppm Magnesium.

SERPENTIN

Magnesiumhaltiges Mineral. Chemisch: (Mg6 [ (OH)8 I Si4O10 ])

SESQUIOXIDE

Ältere Bezeichnung für die dreiwertigen Oxide Fe2O3 und Al2O3, die im analytischen Trennungsgang (der in der quantitativen Magnesia-Analytik angewandt wird) gemeinsam duch Ammoniak (in Form ihrer Hydroxide) ausgefällt werden.

SHORE-HÄRTE

Maßzahl für die Härte von Elastomeren. Gemessen wird der Widerstand gegen das Eindringen eines definierten Prüfkörpers unter festgelegtem Federdruck (DIN 53 505).

SIEBUNG

Klassierung eines Materials in verschiedene Körnungen -> Korngrößenverteilung mitttels Sieben. Bei Magnesia wird die Naßsiebung nach DIN 53 580 durchgeführt und je nach Einsatzgebiet der -> Schlämmrückstand auf 40,63 oder 75 µm (gelegentlich auch auf Sieben größerer Maschenweite) bestimmt.

SIEBRÜCKSTAND

Der Anteil an Material, der nach einer -> Siebung auf dem Sieb verbleibt.

-> Schlämmrückstand

SINTER, SINTERMAGNESIA

Hochgebranntes (totgebranntes) Magnesiumoxid.

-> Brennen

S. zeichnet sich durch sehr große Chemikalienbeständigkeit aus.


-> Feuerfeste Materialien

-> Keramik

-> Magnesiaklinker

SMC

SMC = Sheet Moulding Compound. Polyester-Harzmatte aus ungesättigtem Polyesterharz und Textilglas. SMC wird zu duroplastischen Formteilen verpreßt. Magnesiumoxid oder - hydroxid wird für die Eindickung von SMC verwendet.

-> LUVATOL

SOLE

Salzhaltige Lösung, Produkt der -> Laugung.

SOREL-ZEMENT

Abbindeprodukt von Magnesiumoxid und wäßriger Magnesiumchlorid-Lösung.

-> Steinholzfußboden.

Von besonderer Bedeutung ist die -> Abbindefähigkeit des Magnesiumoxids.

SPEKTRALPHOTOMETER

Gerät zur Messung der Lichtemission oder - absorption zum qualitativen Nachweis oder zur quantitativen Bestimmung farbiger oder lichtemittierender oder - absorbierender Substanzen.

-> Photometrische Methode

SPEZ. OBERFLÄCHE

Meist nach der -> B.E.T.-Methode bestimmtes Pulvercharakteristikum, angegeben in m2/g Pulver. Steht bei Magnesiumoxid in engem Zusammenhang mit der Höhe der -> Aktivität, -> Brenntemperatur, -> Jodadsorption.

SPRÜHRÖSTVERFAHREN


-> Pyrohydrolyse


STAHLBESCHICHTUNG

-> Trafoblech


STAMPFDICHTE

Auch oftmals als -> Rüttelgewicht bezeichnete scheinbare Dichte (meist in g/l angegeben) des in einem Stampfvolumeter (DIN 53194) gestampften Materials.

STEINHOLZFUSSBODEN

Estrich aus Holmehl und -> Sorel-Zement.

SYNTHETISCHE MAGNESIA


-> präzipierte Magnesia
Begriff für Magnesia, die auf chemischem Wege, z.B. durch

-> Pattisonprozeß, -> Pyrohydrolyse, -> Seewasserprozeß gewonnen wurde.

T

TENSIDE

Grenzflächenaktive Verbindungen, die beispielsweise die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzten. Sie sind Bestandteil u.a. von Waschmitteln und Schmierölen. Häufig sind es Salze (auch Mg-Salze) von Sulfonsäuren.

THERMOANALYSE

Sammelbegriff für Untersuchungsmethoden, die das Verhalten (Phasenumwandlung, Zersetzung) von Stoffen in Abhängigkeit von der Temperatur ermitteln. So kann die Zersetzung von Magnesiumhydroxid mittels der Thermogravimetrie (Abhängigkeit des Probengewichts von der Temperatur) verfolgt werden.

TIEGELMATERIAL

Spezielle Magnesiaqualitäten zur Herstellung von gesinterten Magnesia-Tiegeln für metallurgische Zwecke.

TOTGEBRANNTE MAGNESIA

Magnesia, die oberhalb ca. 1.600°C calciniert wurde und dabei weitgehend ihre

-> Reaktivität, -> Aktivität verloren hat.

-> Brennen

-> Sinter


TRAFOBLECH

Bleche auf Basis von Siliziumstählen. Sie sind mit einer -> Forsterit (Mg2SiO4)-Schicht versehen, die definierte elektrische Isolationseigenschaften besitzt. Die Schicht entsteht durch Reaktion von Magnesiumoxid mit dem Silizium des Stahls.

TRANSPARENZ

Bezeichnung für das Maß der Lichtdurchlässigkeit. Spezielle Magnesiumcarbonat-Typen sind zum Einsatz in transparenten Gummimischungen geeignet.

TROCKNUNGSVERLUST

Gewichtsverlust bei Trocknung, in der Regel 2 - 4 Stunden bei 105-110°C.

U

UNTERSUCHUNGSMETHODEN

Methoden, die zur Eigenschaftscharakterisierung dienen. Zu unterscheiden sind chemische und physikalische Untersuchungsmethoden. Für Magnesia sind zusätzlich anwendungspezifische Methoden zweckmäßig z.B.

-> Abbindetest

-> OSST


USP

United States Pharmacopeia, das Arzneibuch der USA.

-> NF

V

VISKOSIMETER

-> Rheometer


VISKOSITÄTSREGULIERUNG

Einsatzgebiet für Magnesia in -> BMC und -> SMC.

Die Viskosität der dort verwendeten ungesättigen Polyesterharze und deren Eindickverhalten werden mit Magnesiumoxid oder-hydroxid eingestellt.

VITAMINPRÄPARATE

Arzneimittel, häufig freiverkäuflich, die der Deckung von Vitamindefiziten dienen. Sie werden auch mit Mineralstoffen, z.B. Magnesium (in Form von Magnesia) versetzt, um befürchtete Mangelerscheinungen zu beheben.

VULKANISIEREN

Thermische und/oder chemische Behandlung von flüssigen oder plastischen Kautschukmischungen zur Erreichung elastischer Eigenschaften. Hierbei werden die Polymerketten im allgemeinen durch Schwefel miteinander verbunden, so daß ein dreidimensionales Netzwerk entsteht. Magnesiumoxid verhindert das vorzeitige Anvulkanisieren während des Mischens, der Lagerung und bei der Verarbeitung (Spritzen, Kalandrieren usw.)

-> Anvulkanisieren

-> Mooney-Anvulkanisierensgeschwindigkeit

-> Scorch-Zeit


W

WÄRMELEITFÄHIGKEIT

Maßzahl für die Wärmeleitung in einem homogenen Körper. Elektrisch geschmolzenes Magnesiumoxid wird wegen seiner hohen Wärmeleitfähigkeit bei guten elektrischen Isolationseigenschaften für Heizdrähte (Heizstäbe, Kochplatten) eingesetzt.

WASSERGEFÄHRDUNGSKLASSEN (WGK)

Durch den Gesetzgeber der Bundesrepublik Deutschland geschaffene Systematik, die bestimmte Stoffe nach ihrer Wassergefährlichkeit in 4 WGK einteilt. Magnesia ist nach den Kriterien für die Selbsteinstufung der WGK 0 zuzuordnen; nur in Ausnahmefällen - bei hochaktivem Magensiumoxid - kommt wegen der Alkalität die WGK 1 in Betracht.

WEIDETETANIE

Auf Magnesiummangel zurückzuführte Tierkrankheit, die sich u.a. in Krämpfen äußert und zum Tod des Tieres führen kann. Tritt vor allem nach dem Austrieb auf die Weide im Frühjahr (Mg-Mangel durch Grünfutter) auf.

WEISSGRAD

Maßzahl für die "Weißheit" weißer und weißlicher Pulver. Als Standard dient reines Magnesiumoxid. -> Colorimeter

WHG

Wasserhaushaltsgesetz. Gesetzlicher Rahmen der -> Wassergefährdungs-klassen.

Z

ZELLSTOFF

Hauptbestandteil des Holzes. Wird durch Herauslösen (Laugung) der Ligninstoffe gewonnen. Als Laugungsmittel wird. u.a. -> Magnesiumbisulfitlösung verwendet, die durch Umsetzung von Magnesiumoxid und Schwefeldioxid in wäßrigen Medium gewonnen wird. In reinem Zustand ist Z. identisch mit Cellulose.

ZITRONENSÄURETEST (CAA)

Reaktionstest mit Zitronensäure für Magnesiumoxid. Wird als Aktivitätstest speziell für Magnesiumoxid angewandt, das bei der Herstellung von -> Trafoblech eingesetzt wird.